Der Sommer ist da, die Sonne scheint, der Garten steht in voller Blüte. Doch damit das so bleibt, muss eine Sache jeden Tag gemacht werden: Gießen. Und wer sich nicht stundenlang mühsam mit Gießkannen abrackern will, aber auch nicht jeden Tag erst den Gartenschlauch aus- und wieder einrollen will, damit keiner drüber stolpert – für den haben wir eine Lösung! Ein Wasseranschluss im Garten. Was dabei zu beachten ist, erklären wir hier!

1. Das Material

Die Rohre

Die meisten Wasserrohre bestehen aus Stahl oder Kupfer. Doch dieses Material ist zum einen teuer, zum anderen anfällig für verschiedene Probleme und zudem auch vom Laien nicht ohne weiteres verlegbar. Für eine Wasserleitung im Garten empfiehlt sich darum auf Kunststoffrohre zu setzen. Diese haben gleich mehrere Vorteile.

Zunächst einmal kommt es bei ihnen nicht zu Korrosion oder Ablagerungen und auch ihre Alterung deutlich langsamer von Statten. Algen oder Bakterien setzen sich ebenfalls nicht so gerne an diesem Material fest. Darum eignet sich Kunststoff hervorragend für den Außeneinsatz.

Es können ganz unterschiedliche Arten verwendet werden. Oft wird jedoch zu sogenannten PE-Wasserleitungen geraten. Sie sind leicht und etwas biegsam (super, um sanfte Kurven oder Höhenunterschiede auszugleichen) und können mit geringem Aufwand zurechtgeschnitten werden. Einfach eine feine Eisen-, Holz- oder Kunststoffsäge nutzen und die Enden noch mit einer Feile etwas nachbearbeiten, damit keine Grate stehen bleiben. Schon können die Rohre verlegt werden.

Wie viele Anschlüsse?

Um das Wasser dann auch aus der Leitung zu bekommen, muss natürlich auch eine Entnahmemöglichkeit eingeplant werden. Das Stichwort lautet Wasserhahn. Dieser muss für den Außeneinsatz geeignet sein (Korrosionsschutz). Außerdem wäre es eigentlich eine gute Sache, tatsächlich zwei Hähne anzuschließen. So kann einer für den Gartenschlauch genutzt werden, während der zweite für noch andere Wasserentnahmen frei ist.

2. Das Verlegen der Wasserleitung im Garten

Prinzipiell kann die Wasserleitung überall im Garten verlegt werden. Allerdings sollten drei Faktoren bedacht werden. Zum einen die Tiefe, zum anderen der Aufwand bzw. die Kosten und schließlich auch der Boden.

Die Tiefe

Prinzipiell können Wasserleitungen im Garten oberirdisch verlegt werden. Allerdings sind sie so weder vor Frost und äußeren Einwirkungen geschützt, noch bestechen sie durch eine besonders schöne Optik. Darum werden sich wohl die meisten Hobby-Gärtner für eine unterirdische Verlegung entscheiden.

Diese sollte mindestens zwei Spatenlängen tief sein, denn vielleicht will man überirdisch ja auch noch ein Beet bepflanzen können. So beschädigt man die Leitung beim Umgraben nicht. Und tiefer geht immer. Um die Rohre winterfest zu verlegen, müsste übrigens ein Schacht von mindestens 1 Meter ausgehoben werden.

Der Aufwand

Wie eben erwähnt, wählen die meisten Gärtner die unterirdische Verlegung. Das bedeutet aber auch, dass ein entsprechend tiefer Schacht auf der gesamten Länge der geplanten Rohrleitung ausgehoben werden muss. Man sollte sich darum den Verlauf sehr gut überlegen – denn wenn dafür der halbe Garten, samt Beete und eventuell auch schwere Gehwegplatten erst aus dem Weg geräumt werden müssen, vergeht einem die Lust.

Am besten also für den möglichst geringsten Aufwand planen und nicht einmal komplett um den Garten herum. Lieber nur an einer Seite gerade verlegen und von dort aus dann bequem mit dem Gartenschlauch die restlichen Ecken bewässern. Das spart Zeit, Kraft und auch Materialkosten.

Der Boden

Wer in einem älteren Haus samt Garten lebt, wird hier kaum Probleme haben und muss auch nicht wirklich etwas beachten. Doch bei Neubaugebieten lässt man beim Graben schnell den guten Mutterboden hinter sich und trifft auf Schutt und wertlose Erde. Das kommt daher, dass beim Bau der Häuser die abgetragene, reiche Erde häufig andernorts veräußert wird und nur die oberste Schicht des Gartens noch sehr nährstoffreich ist.

Für das Verlegen bedeutet das, dass nach dem Schachten die Rohre auf ein Sandbett (ca. 10 cm hoch) gelegt und dann auch nochmals mit etwa genauso viel Sand bedeckt werden sollten. So ist alles sicher und stabil – und gleichzeitig auch ein bisschen gedämmt bei kälteren Temperaturen.

3. Die Betriebskosten

Man glaubt es kaum, aber durch einen weiteren Wasserzähler kann man Kosten sparen. Denn Fakt ist: Wasser, dass für den Garten beispielsweise beim Gießen oder zum Auffüllen des Teiches genutzt wird, wird nicht so in Zahlung gestellt, wie normales Wasser. Der Grund: es zählt nicht als Abwasser. Somit entfällt dieser Teil der Kosten komplett.

Wer also einen großen Garten bewässern muss, kann mit einem extra eingebauten Gartenwasserzähler ordentlich sparen. Dieser Zähler muss eigenständig eingesetzt und zudem offiziell angemeldet werden. Der Zähler muss außerdem auch professionell verplombt und abgenommen werden, sodass er nicht mehr manipulierbar ist. Damit sind zwar zunächst auch noch einige Kosten verbunden – aber spätestens im zweiten Jahr lohnt sich dieser Aufwand bei den meisten schon.

Mit diesen Tipps sollte während den kommenden heißen Tagen bei der feucht-fröhlichen Bewässerung Ihres eigenen Gartens nichts mehr schief gehen.
Quellen
www.bauen.de/…/verlegen-einer-kaltwasserleitung.html
www.gartenbob.de/pe-wasserleitung-im-garten-schnell-verlegt/
www.haus-bau-blog.de/…/gartenwasser-zaehler-kosten-anmeldung-hausbau/