Sie wollen neue Rohre verlegen, weil Sie ein Haus bauen oder renovieren? Sie wissen aber nicht, wo und wann Sie welches Rohrmaterial verwenden können? Wir geben Ihnen Tipps für die richtige Nutzung der verschiedenen Rohrmaterialien.

Warum Sie verschieden Materialien nutzen sollten

Prinzipiell wird im Sanitärbereich zwischen Stahl-, Kupfer- und Kunststoffrohren unterschieden. Die verschiedenen Varianten dieser Rohre, besitzen unterschiedliche Eigenschaften, welche sie für spezifische Einsatzbereiche qualifizieren.

Dabei liegt der Hauptunterschied in der Nutzung der Rohre – sollen Flüssigkeiten, Gase oder Brennstoffe transportiert werden? Was ist deren Temperatur und pH-Wert? Diese und weitere Fragen müssen Sie sich vor der Rohrinstallation zwingend stellen.

Stahlrohre

Stahlrohre sind die wohl am häufigsten verwendeten Rohre. Sie werden in fast allen haustechnischen Anlagen verbaut. Der große Vorteil dieser Rohre ist, dass es sie in vielen verschiedenen Längen und Durchmessern zu kaufen gibt.

Sie werden unter anderem für Hydraulikleitungen und Dampfkesselanlagen, bis hin zu ganzen Pipelinesystemen genutzt. Außerdem können sie auch außerhalb der Rohrleitungssysteme vielseitig für Konstruktionen eingesetzt werden, da sie sehr stabil sind.

Weiterhin sind Stahlrohre leicht recycelbar, indem man sie wieder einschmilzt. Jedoch sollte man diese Aufgabe sowie das Verschweißen der Rohre selbst dem Fachmann überlassen.

Verzinkte Stahlrohre

Verzinkte Stahlrohre werden hauptsächlich für die Trinkwasserzirkulation eingesetzt. Die Zink-Oxid-Schicht, welche bei diesen Rohren verwendet wird, schützt weitgehend vor Korrosionen. Rost kann sich bei verzinkten Stahlrohren dennoch vor allem an den Gewindebindungen bilden.

Die Zinkschicht wird allerdings schneller abgetragen, wenn Wasser mit einem pH-Wert unter 6,5 oder über 9,0 durch die Rohre läuft, bzw. das Wasser über 60°C warm ist. Im letzteren Fall wird die Wärmeleitfunktion des Zinks aktiviert und führt zu Korrosionen. Die Rohre sollten also nicht als Warmwasserleitungen verlegt werden.

Bei sachgemäßer Nutzung haben die Rohre eine Haltbarkeit von 25 bis 30 Jahren.

Präzisionsstahlrohr

Durch die spezielle Anfertigung der Präzisionsstahlrohre bieten diese eine besonders glatte Oberfläche. Diese Eigenschaft ist die Voraussetzung für die geringe Reibung, die dem durchströmenden Medium entgegengesetzt wird. Sie führt letztendlich zu niedrigeren Druckverlusten.

Damit sind diese Rohre vor allem für Leitungen mit Heizungswasser, auch Wand- und Fußbodenheizungen, und Gasleitungen geeignet. Außerdem kann dieses Material bedenkenlos für den Transport von Hydraulikölen verwendet werden.

Edelstahlrohr

Edelstahl verfügt über einen sehr hohen Reinheitsgrad. Auf Grund dessen sind Edelstahlrohre vor allem für Abwasser- und Wasserleitungen geeignet. Außerdem eignet sich das Material perfekt für den Kessel- und Ofenbau.

Kupferrohre

Der Vorteil der Kupferrohre besteht vor allem in deren leichter Formbarkeit. Selbst mit Handgeräten können die Rohre nach allen Wünschen zurechtgebogen werden. Das Material ist gut geeignet für Trinkwasserleitungen, in denen das Wasser einen basischen oder neutralen pH-Wert (größer als 7,0) besitzt. Saures Wasser dagegen kann Spuren der Kupferrohre aufnehmen und mit sich führen.

Bleirohre

Ein kurzer Exkurs zu den Bleirohren: Sie wurden früher häufig zur Leitung von Trinkwasser genutzt, sind heute jedoch gesetzlich verboten. Das liegt daran, dass im Trinkwasser gesetzlich nur 0,025mg Blei je Liter zu finden sein dürfen. Bleirohre dagegen erhöhen diesen Wert gewaltig, da das Wasser während der Zirkulation Blei-Partikel aufnimmt.

Sollten in Ihrem Haus noch Bleirohre verlegt sein, sollten diese schnellstmöglich ausgetauscht werden. In jedem Fall ist Ihr Vermieter verpflichtet, Sie über die Bleirohre zu informieren.

Kunststoffrohre

Kunststoff wird vor allem für Abwasserleitungen benutzt. Außerdem kann es bei Brunnenanlagen, Regenwasser- und Gartenbewässerungsleitungen verbaut werden. Weitere Einsatzbereiche schließen unter anderem Abluftsysteme und Dunstabzugshauben mit ein.

KG-Rohre

Die Kanalgrundrohre sind aus einem besonders harten und zähen Kunststoff hergestellt. Damit sind sie vor allem in der Kanalisationstechnik viel genutzt. Da sie allerdings nicht temperaturbeständig (nur bis 60°C) sind, sollten sie nicht in Häusern verbaut werden.

HT-Rohre

Das Hochtemperaturrohr dagegen wird gerade in Häusern zur Leitung von Abwasser verbaut. Es ist bis zu 95°C temperaturbeständig und außerdem resistent gegen Säuren, Laugen und Salze.
Quellen
www.bosy-online.de/Rohre.htm
www.baunetzwissen.de/…/rohrleitungen-werkstoffe