Das Bidet – in den südlichen Ländern Standard, bei uns eher eine Rarität. Kein Wunder also, dass wir uns beim Anblick dieses sanitären Einrichtungsgegenstandes fragen: Was ist das und wozu ist es gut? Fragen, auf die wir die Antwort haben!

Was ist denn nun ein Bidet?

Das Bidet* ist in etwa eine Mischung aus Waschbecken und Toilette. In der Regel befindet es sich im Bad direkt neben dem WC. Wenn da kein Platz ist, dann wird es allerdings auch schon mal an der gegenüberliegenden Wand montiert.

Man kann es sich wie eine etwas kleiner Toilettenschüssel vorstellen, bei der dort, wo sonst der Toilettendeckel montiert ist, ein Wasserhahn prangt. Auch gibt es ebenso wie beim Waschbecken einen Stöpsel und ein Überlauf. So zumindest sieht die ganz klassische Bidetform aus.

Und wozu ist es da?

Grob gesagt, dient dieser Waschbecken-Toilettenhybrid der zusätzlichen Intimhygiene nach dem Toilettengang. Deshalb halten uns beispielsweise die Italiener oder Franzosen, bei denen das Bidet weit verbreitet ist, oftmals für unhygienisch, weil wir uns auf die Benutzung von Toilettenpapier beschränken.

Mit dem Bidet wird nach der Benutzung der Toilette und einer groben Reinigung mittels Klopapier, mit Wasser sozusagen ein Feinwaschgang durchgeführt. Dabei werden alle Reste abgewaschen, die mit dem Klopapier nicht beseitigt werden konnten.

Bidet zur Empfängnisverhütung

In Zeiten vor Kondom und Pille hatte das Bidet allerdings noch einen weiteren Zweck. Und zwar diente es der Verhütung. Vom 18. bis hinein ins 20. Jahrhundert wurde mittels des Bidets nach dem Koitus eine Vaginalspülung vorgenommen, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Dafür gab es die sogenannte “Mutterspritze”, die ein gründliches Ausspülen möglich machte.

Ideenreichtum ist gefragt: Das geht noch mit dem Bidet

Schnell mal Füße waschen? Ja, auch dafür eignet sich das Bidet hervorragend. Wasser einlassen, Seife dazu, Fuß rein und fertig.

Gefüllt mit Eiswürfeln kann das Porzellanbecken aber auch gerne mal als Kühlstation für Sekt und Bier zweckentfremdet werden. Als Toilettenersatz sollte es allerdings nicht verwendet werden – das verbietet allein schon die Hygiene.

Wie funktioniert das Bidet?

Die Benutzung dieser kleinen Schwester der Toilette ist so simpel wie effektiv.

  1. Stöpsel des Beckens schließen und mit dem Wasserhahn Wasser einlassen, bis es gut gefüllt ist. Dabei sollte peinlichst genau auf die Temperatur geachtet werden. Ist das Wasser zu heiß oder zu kalt, kann es ausgesprochen unangenehm werden.
  2. Auf das Bidet setzen oder sich darüber hocken – je nach persönlichen Präferenzen. Dabei ist es egal, ob mit dem Gesicht dem Wasserhahn zugewandt, oder normal wie auf dem Klo. Praktischer ist jedoch erstere Variante.
  3. Mit Wasser und Händen den Intimbereich reinigen.
  4. Anschließend Wasser ablassen und mit einem bereitliegendem Handtuch oder Toilettenpapier abtrocknen.
  5. Zum Abschluss das Bidet noch sauber machen beziehungsweise kurz abspülen, damit keine Reste zurückbleiben und für den oder die Nächste alles sauber ist.

Und so einfach funktioniert das mit der gründlichen Unterbodenwäsche.

Es gibt auch noch andere Formen

Bis jetzt beschrieben wurde vor allem das klassische Bidet, es gibt jedoch mittlerweile auch noch eine ganze Menge weitere Varianten.

Bidet mit Wasser von unten

Es gibt auch Modelle, bei denen nicht einfach nur Wasser eingelassen wird, sondern ein Wasserstrahl zur Reinigung nach oben spritzt. So braucht man sich nicht einmal die Hände schmutzig machen, sondern muss nur aufpassen, dass das Wasser sich nicht über das Becken hinaus im Bad verteilt. Alternativ findet man manchmal auch noch eine herausziehbare Brause*.

Bidet Aufsatz für Toilette

Auch die Toilette kann recht simpel und einfach zu einem voll funktionsfähigen Bidet erweitert werden. Und zwar gibt es verschiedene Varianten zum Einhängen in das WC* oder welche, die schon in den Toilettensitz integriert* sind. Mittels Knopfdruck fährt bei diesen Exemplaren von hinten eine Düse nach vorne aus, die dann mit einem Wasserstrahl die Reinigung vornimmt.

Bei manchen Modellen wird dann anschließend auch noch mit Luft alles wieder trocken gepustet.

Smarte High-Tech-Bidets aus Japan

Dann gibt es natürlich noch die All-in-One Exemplare aus Japan. Toiletten, bei denen alles integriert ist. Waschen, schneiden, föhnen – wird dort ruckzuck auf Knopfdruck automatisch erledigt.
Quellen
www.muvs.org/das-bidet-ist-ein-scheidenspueler
www.heimhelden.de/das-bidet
www.wikipedia.org/Bidet
www.jetzt.de/maedchen-wofuer-ist-eigentlich-ein-bidet